wolf werdigier

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    Tagebuch, 15. März 2017

     

    Das Leben ist wie ein Wunder: Es beginnt jeden Tag aufs neue.
    Dieser unglaubliche Moment des Neubeginns ist das Motiv des ersten Tages unseres gemeinsamen Tagebuchprojektes.

    Und jeder Tag ist anders.
    Deshalb wird jedes Bild dieses Tagebuches in einer anderen Form, oder Technik, oder Stimmung sein,
    oder nicht einmal ein Bild, sondern ein Text oder eine Plastik.

     

     

     

     

    15.03.2017b


  • 28. Oktober 2015

     

    "Risk-averse" schreibt die New York Times zur Frieze Art

     

    so als ob die Kunst heute nicht mehr anecken kann. wie lange bleiben dann noch die Chill-Räume ohne Politik, ohne Ecken und Kanten?

       

     

    bei der Biennale in Venedig gab es Politik, aber keine Malerei. heißt das, dass Malerei unpolitisch geworden ist?

    das Kapital

     

    blues blood bruise

    Daniel Hamm: "come out to show them", Steve Reich: "come out"

  • Bilderausstellung zu CHarles Bodelaire's "Les Fleurs du Mal"

     

    Vielleicht haben sie das schon einmal erlebt. Wenn man sehr verliebt ist und irgendwohin geht, dann merken das offensichtlich die anderen Menschen und reagieren entsprechend.Les_Fleur_du_Mal_I Wolf Werdigier Einmal sprach mich ein Mann an und sagte ich bin sicher sehr glücklich. Und wenn man sehr verliebt ist und  zu zweit unterwegs ist und es gibt eine Person die die Liebenden umsorgt, wie zB ein Kellner in einem Restaurant, dann ist das etwas sehr Vertrauliches. Es ist als ob wir uns zu zweit verlieren können in unser Paradies und der andere für uns sorgt.

    Vielleicht haben sie das auch schon einmal erlebt.Les_Fleur_du_Mal_II

    Ich war mit ihr in einem Restaurant und war unglaublich glücklich. Wir kannten uns kaum, ich fand sie schön, erotisch und anregend. Ob sie in mich auch verliebt war ist schwer zu sagen. Jedenfalls fand sie Gefallen an meinem Umwerben. Wir waren beide überglücklich, es vergingen viele Stunden und ich merkte garnicht, dass wir plötzlich gehen mussten.

    Les_Fleur_du_Mal_IV

    Eigenartiger Weise war es auf einmal zu spät für alles. Beim Ausgang war sie müde, verabschiedete sich und ging. In solchen Situationen bin ich immer wie berauscht und denke nicht, wie geht das weiter?  Ich stand da, ging noch einige Schritte alleine durch die leeren Strassen und am nächsten Tag wollte ich wieder zu ihr. Ich wusste, dass sie bald abreisen würde und  dass ich sie nicht mehr so antreffen werde können, wie es gestern im Restaurant war. Ich wollte das Glück von gestern festhalten und ich ging zurück zum Restaurant, um dort ein Bild zu malen, welches unser Glück erinnern sollte. Zuerst fand ich die Strasse  garnicht. Nach langem Suchen entdeckte ich das Lokal doch noch und als ich eintrat, konnte ich den Kellner von gestern nicht mehr finden. Er hatte gestern den letzten Tag hier gearbeitet. Auf einmal war es, als ob es gestern garnicht gegeben hätte.

    Les_Fleur_du_Mal_III
    Ich konnte kein Bild malen und ich konnte auch nicht mehr zu ihr gehen.

    Einige Zeit später, ich war ebenfalls abgereist,  fand ich auf Facebook einen Gruss eines Freundes, mit einem Photo von ihm in einem Restaurant. Es gab dort gerade eine Bilderausstellung der gemalten Portraits der Kellner. Schräg hinter ihm erkannte ich jenen Kellner wieder, der zu meinem Glück gehörte. Ich hatte ihn wieder! Ich konnte das Bild malen, und ich konnte es ihr schicken! 

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

    Der Text wurde anläßlich einer Publikation in "untitled" neu verfasst.